AUSBILDER: Birgit, Sonja und Petra
Die Junghunde und ihre Halter arbeiten bei uns in einer
Gruppe mit mindestens zwei bis drei erfahrenen Ausbilderinnen.
Werden Übungen wie Verhalten im Straßenverkehr
oder in größeren Menschengruppen durchgeführt,
sind natürlich alle Vereinsmitglieder gern bereit
zu helfen.
Der Ausbildungsstil hat sich wie in allen anderen Bereichen
der Hundeausbildung stark gewandelt. Wir wissen heute,
dass wir über positive Bestärkung ein
freudigeres Arbeiten ernten als mit Drill.
Unsere Junghunde oder auch "Vorschule" genannt,
wird als Kurs über
10 Wochen angeboten. Wir treffen uns 1 x pro Woche und üben
durch kleine Spielpausen unterbrochen 1 Stunde. Anschliessend
dürfen die Hunde in einem vom übrigen Platzbetrieb
getrennten Bereich frei spielen. Während des Spielens
ist immer mindestens ein Übungsleiter dabei. Da sich
die Hunde in diesem Alter ("Vorschulalter" 5
- 8 Mon.) in der Rangordnungsphase befinden, kommt es hier
schon mal zu kleinen Rangeleien. Den Hundehaltern wird
erklärt wie sie sich in diesen Konfliktsituationen
am besten verhalten. Das gibt natürlich auch Sicherheit
auf den täglichen Spaziergängen.
Die Lernziele der Gruppe sind nicht immer gleich. Es kommt
auf die Zusammensetzung der Teilnehmer und deren Hunde
an. Werden von einem Hundehalter in einer Übungsstunde
gravierende Probleme geschildert - z.B. "mein Basti
jagt Jogger oder Radfahrer"- wird natürlich an
diesem Verhalten gearbeitet. Jeder Kurs hat feste Lerninhalte,
doch sture Planung lehnen wir ab. Unser Anspruch ist nicht
dem Hund innerhalb von 10 Wochen " Sitz ", " Platz ", " Fuss " in
Perfektion beibringen zu wollen, sondern die Hundehalter
so zu schulen, dass sie in der Lage sind mit ihrem
Hund zu arbeiten und kleine Fortschritte aber auch mal
Rückschläge richtig zu werten.
Wir arbeiten mit Beute- und Futtermotivation, für
die jeweilige Hundepersönlichkeit muss die geeignetste
Methode gefunden werden. Das richtige Loben wird in der
ersten Stunde anschaulich demonstriert und viele Hundehalter
sind überrascht wie schnell und freudig ihr Hund Hörzeichen
ausführen kann.
Bleibt ein Hundehalter nach der Vorschulzeit im Verein,
ist es immer wieder spannend den weiteren Werdegang von
Hund und Halter zu beobachten, denn beim Grundstein legen
haben wir geholfen.
So sieht im Groben ein Kurs aus:
1. Stunde:
Theorie: Lernverhalten von Hunden, Vorstellen verschiedener
Motivationsmittel. Praxis: Richtiges Spielen als Motivation
für spätere Übungen, richtiges Loben.
Hörzeichen"Sitz" in schneller Ausführung
aus dem Spiel heraus. 2. Stunde:
Theorie: Wie war das noch beim letzten Mal?
Praxis: Bindungsübungen,
hier kann das Loben kontrolliert werden. Abrufen mit Hörzeichen. "Sitz" perfektionieren,
als Hilfsmittel zum geraden Sitzen z.B. den THS-Tunnel
nehmen. 3. Stunde:
Theorie: Körpersprache der Hunde, wie deuten wir die
Signale?
Praxis: Hörzeichen "Aus" mittels
Kaustange zeigen, Konzentrationsübungen, Schüsselspiel
(an einer Schüssel mit Leckerchen vorbei gehen). 4. Stunde:
Praxis: Hörzeichen "Platz", gehen durch
eine Menschengruppe, Begegnung mit einem Jogger, Konzentration
kontrollieren, Wiederholung "Sitz" und "Platz". 5. Stunde:
Praxis: Hörzeichen "Sitz", "Platz",
und Konzentration in einen flüssigen Ablauf einbauen,
z.B. an den anderen Hunden vorbei gehen. Dabei soll der
Hund auf seinen Hundeführer konzentriert sein.
Tierarztspiele (in den Fang sehen, Pfoten ansehen etc.) 6. Stunde:
Praxis: Gehen durch eine Menschengruppe, Begegnungen mit
Fahrradfahrer, Joggern und spielenden Kindern. Hunde durch
deren Hundführer in die Menschengruppe rufen. 7. Stunde:
Praxis: Hörzeichen "Platz", bei den sicheren
Hunden 1 Schritt entfernen. Hörzeichen "Hier",
Arbeiten am THS-Laufdiel und am THS-Tunnel. 8. Stunde:
Theorie: Was sind instrumentelle Verstärker?
Praxis:
Arbeit mit instumentellen Verstärkern, evtl. Konzentrationsübungen
und schon einige Schritte "Fuss" laufen. 9. Stunde:
Praxis: Begegnungen im Strassenverkehr mit hupendem
Auto, Begrüßung des Hundeführers durch
einen Passanten mit Handschlag. 10. Stunde:
Theorie: "Hat jemand eine Frage?" Aufarbeitung
der einzelnen Übungseinheiten, individuelle Perspektiven
im Hundesport aufzeigen.
Praxis: Einzelne Übungen
auf Wunsch der Teilnehmer wiederholen, bzw. versäumtes
nachholen. |
 |